Umgechmoddet
9. Juli 2007 von ManzanaEs ist lange her, dass ich für unsere Schülerzeitung einen Konzertbericht schrieb. “Neben gecoverten Songs spielte die Band auch Eigenkompositionen”, hatte ich geschrieben und war heftig kritisiert worden dafür. Das Verb “covern” war damals bereits gebräuchlich und zumindest mündlich war auch das Partizip in Gebrauch. Auch war unsere Schülerzeitung jung und unkonventionell und manche Beiträge waren durchgängig klein geschrieben als besonderer Protest gegen das kapitalistische System - aber das Partizip von covern, das war zu viel.
Daran erinnerte ich mich vor ein paar Tagen, als ich über die Googlebarkeit eines Begriffes nachdachte; ich biss mir auf die mentale Zunge und nahm mir ganz fest vor, niemandem jemals zu erzählen, dass es in meinem Kopf solch perverse Wörter gibt.
Bis wir heute eine E-Mail von unserem Provider bekamen. Um Dateirechte geht es darin, deren Zustand man ändern kann (also den Mode changen) mit einem Tool namens “chmod” (Abkürzung für change mode). Endlich konnten die Probleme behoben werden, deretwegen bestimmte Dateien bisher erst umständlich von Hand umgechmoddet werden mussten.
Vielleicht muss man als Genie einfach nur warten, bis die rechte Zeit gekommen ist..
Am 10. Juli 2007 um 10:03 Uhr
Ich habe neulich auf einem Gender-Seminar auch so ein Unwort gelernt. Da wurde von der Genderbeauftragten wirklich von “durchgendern” gesprochen. Was soll denn dieser Pseudo-Anglizismus? Durchgeschlechtern??? Warum spricht sie dann nicht lieber Deutsch. Sie meint ja wohl eher so etwas wie “Geschlechtergerechtigkeit durchsetzen”. Das ist doch wesentlich eindeutiger. Das dieses Wort “Durchgendern” eher zweideutig ist, konnte ich abends noch auf einer Grillparty feststellen, nachdem ich mein neu erworbenes Vokabular zum Besten gab. Sämtliche männliche Anwesenden assozierten mit diesem Wort eindeutig etwas, was die Genderbeauftragte bestimmt nicht gemeint hatte
.
Am 10. Juli 2007 um 10:15 Uhr
Also, die Assoziation hätte ich bei dem Wort nicht gehabt. Obwohl ich finde, dass Sex nicht grundsätzlich was Frauenfeindliches ist
Nur eine unsensible Redeweise kann es sein.
Aber was ist denn nun durchgendern? An jedes Wortinnen ein Innen anhänginnen?
Am 10. Juli 2007 um 10:36 Uhr
Völlig OT und nur, weils mir gerade in die Finger kam: Es gibt eine Untersuchung zur Berufssituation weiblicher Anwälte. Danach machen Frauen immer noch überwiegend Familien- und Sozialrecht (und v.a. mit letzterem kann man nicht viel Geld verdienen!) und Mediation (das versuchen sie, aber dafür gibt es - noch - keinen Markt) und sind in den Bereichen Handels- und Gesellschaftsrecht deutlich unterrepräsentiert.
Nur so als genderliche Randbemerkung.
Am 10. Juli 2007 um 12:45 Uhr
@Manzana 10:15
Wie kommst Du auf Sex?
Am 10. Juli 2007 um 22:54 Uhr
äh… durchgeschlechtern?
Hattest Du nicht an Sex gedacht dabei?
Am 11. Juli 2007 um 09:34 Uhr
Da liest man es wieder. Frauen denken nur an eines… Sex. Natürlich ging es um Fußball!
Nee lass Dich nicht veräppeln, es ging schon in die Richtung. Aber Deine Aussage: “Also, die Assoziation hätte ich bei dem Wort nicht gehabt. Obwohl ich finde, dass Sex nicht grundsätzlich was Frauenfeindliches ist […]” widerlegt sich irgendwie selbst.
Du hattest ja diese Assoziation zu Sex, obwohl ich den Inhalt der Assoziationen überhaupt nicht näher beschrieben habe. Es hätte also durchaus auch um Fußball gehen können.
Aber so oder so, es wäre ja auch schlimm für die Menschheit, wenn keiner mehr an Sex denkt. Fröhliches Aussterben!
Ist das “Nicht mehr an Sex denken” vielleicht ein Grund für den Geburtenrückgang in den Industrieländern???
Am 11. Juli 2007 um 10:41 Uhr
Willst Du schon wieder streiten?
Ursprünglich fand ich durchgendern so spannend wie umchmodden. Erst Du, also Deine Bemerkung, hat dann Gedanken an Sex bei mir ausgelöst.
Ja, mit dem Geburtenrückgang magst Du recht haben. Also, dass Sex so oft in Zusammenhängen auftaucht, die moralisch verwerflich sind und dadurch entkoppelt wird von dem, was er mal hätte sein sollen: Liebe machen. Just my 2 Cents.
Am 11. Juli 2007 um 11:48 Uhr
…habe amüsiert Eure DiskussionInnen an meinem/er ComputerInnen gelesen und muss gestehen, dass mir auch SexInnen durch meinen/ne KopfInnen schoss/en !?
Ende !
Am 11. Juli 2007 um 11:56 Uhr
Finde ich nicht nett, mir Streitlust vorzuwerfen, nur weil ich auf das hinweise was ich geschrieben bzw. nicht geschrieben habe…
aber egal…hier aber noch ein anderes Unwort
»Globalisierungsgegner«
Am 11. Juli 2007 um 12:04 Uhr
@head
Mann, was ist denn hier los! SonnenfleckInnen?
@icke
war doch neckisch gemeint.
Das mit den Globalisierungsgegnern habe ich noch nicht verstanden. Ich hatte mal an ‘nem Wochenende damit angefangen, mich durch die Wikipedia zu wühlen, wollte aber nicht gleich Politik studieren, nur um das Problem mit dem Wort zu verstehen.
Falls Du mehr darüber weißt, würde ich ein Posting zu dem Thema gerne lesen!
Am 11. Juli 2007 um 12:33 Uhr
Erst mal gibt es keine griffige Definition wo Globalisierung anfängt…Wie schreibt Wikipedia so schön : […Ab welchem Zeitpunkt man von Globalisierung sprechen kann, ist umstritten….]
Und totale Gegner der Globalisierung gibt es kaum. Also Leute die es total ablehnen. In der Presse werden aber Kritiker bestimmter Formen der Globalisierung (z.B. attac) häufig als ‘Globalisierungsgegner’ bezeichnet. Was so ja nicht stimmt, sie sind für eine andere Form der Globalisierung und sie kritisieren die neoliberale Form, die nur auf Gewinnmaximierung ausgelegt ist.
Wirkliche Gegner (also Ablehnung) der Globalisierung findest Du eher in nationalistischen Kreisen. Und mit denen haben Globalisierungskritiker, die die Art und Weise bemängeln, nicht wirklich etwas zu tun.
Und damit ist Globalisierungsgegner, in der Form wie es meistens von der Presse verwendet wird, ein Unwort-zumindest für mich ;=)
Am 11. Juli 2007 um 15:08 Uhr
Da hast Du recht.
Allerdings benutzt attac selbst das Wort “globalisierungskritisch”. Das war ja das, was ich nicht verstanden hatte: Wie kann man etwas kritisieren, das nun mal ein Faktum ist?
Sie könnten sich doch statt dessen Gerechtigkeitsbefürworter oder Antineoliberale nennen. Dann wüsste man wenigstens, was sie meinen.
In dem (nicht-neutralen) Wikipedia-Artikel “Kapitalismuskritik” steht im Abschnitt Globalisierungskritik:
“Zentraler Punkt der Globalisierungskritik ist die Feststellung, dass Globalisierung keine natürliche Erscheinung ist, sondern Ergebnis einer durch politische Entscheidungen geschaffenen internationalen wirtschaftlichen und politischen globalen Neuordnung.”
Das wäre dann Globalisierungskritik, wie sie ein normaler Mensch verstehen kann. Aber der Artikel ist eben nicht neutral, und dann ist man völlig verwirrt und gibt einfach auf. Ein Effekt, der eher im Interesse der neoliberalen Herrschenden liegen dürfte…
Am 11. Juli 2007 um 17:49 Uhr
Kritik ist ja immer ein Einwand in irgendeiner Form…Übrigends ist Globalisierungsbefürworter’ genauso ein Unwort ist…nur geschaffen damit die Presse ein schönes Schwarz Weiß Bild hat.
Das Problem ist aber das die Leute das aufgreifen… Naja, ich habe noch ein schönes Wort mit Doppelten Negationen
Anti-Atomkraftgegner
Am 11. Juli 2007 um 20:45 Uhr
Durchgendern hab ich das erste mal bei Münterfering gehört, der das mit Merkel machen wollte. Oder auch nicht. Also hats wohl nichts mit Sex zu tun. Schade.
Es bedeutet wohl, die Verwendung von Geschlechtsneutralem Buchstabensalat bzw. der immer Miterwähnung des weiblichen Gegenstücks. Obwohl Stück in diesem Zusammenhang ja….
Es gibt ja noch viel mehr solcher Wörter
gedownloadet
simsen (hat auch nichts mit Sex zu tun)
foten (keine Ahnung, was das heisst, aber es gibt wohl Proggis dazu die funzen)
Aber umgechmoddet ist der Hit!
Am 12. Juli 2007 um 21:18 Uhr
Simsen hat nix mit Sex zu tun?
Vor ein paar Jahren, ging die Nachricht durch den Blätterwald, dass Jugendliche mit Handy mehr und früher Sex hätten. “Das Flirten per SMS schaffe beispielsweise mehr Freiraum.”
Am 13. Juli 2007 um 16:58 Uhr
Simsen hat keinen Einfluss auf Sex…Das hat die Presse so zwar interpretiert, aber die Forscher selbst haben es so nicht geschrieben. Sie schrieben: wer häufiger Sex hat, simst auch häufiger. Da ist die Kausalität umgekehrt. Die Interpretation aber wesentlich plausibler.
Begründen tun die Forscher das mit einem statistischen Zusammenhang, wie groß der ist (also irgendein statistisches Zusammenhangsmaß Pearson Korr./Cramers Index etc…pp.) habe ich nicht gefunden. Ein Zusammenhang bedeutet statistisch gesehen aber noch keine Kausalität. Man kann ihn zwar interpretieren –was die Forscher auch taten–aber Kausalität da muss man sich noch mehr anstrengen (Strukturgleichungsmodelle etc.). Ob sie das gemacht haben, weiß ich nicht.
Aber noch ein bissel Methodenkritik bring ich an. Die hatten eine Stichprobe von 10.000. Das ist so groß, da wird jeder Winz- Unterschied signifikant. Ob er aber auch praktisch bedeutsam ist (Effektgröße), oder ob das repräsentativ ist (vielleicht haben sie ja bei einer Telefon-Sex-Hotline befragt??
), dass steht wahrscheinlich nur in ihren Daten.
Die Jugendlichen mit häufiger Handynutzung hatten ihren ersten Sex schon hinter sich, die mit geringer oder keiner Nutzung noch nicht. Befragt wurden scheinbar 13-18 Jährige. Leider wird nicht gesagt, ob sich die Handy-Viel- von den Wenignutzern noch durch andere Sachen unterscheiden. Zum Beispiel eben durch das Alter.
Ich vermute nämlich, dass hinter den Vielnutzern ältere Jugendliche stehen, im Gegensatz zu jüngeren Wenignutzern. Wenn meine Vermutung stimmt, dann haben wir es hier mit einer Scheinkorrelation zu tun. Dann sind Wenignutzer: Jugendliche die jünger sind und allein deshalb schon seltener ein eigenes Handy haben und normalerweise auch weniger Sex. Tja, mit anderen Worten wenn ich den Einfluss des Alters herauspartialisiere, könnte der Zusammenhang Handy-Sex zusammenbrechen.
Solange man nix genaueres über die Datenlage weiß, muß man aus wissenschaftlicher Sicht an solche Aussagen vorsichtig herangehen.
Wenn die Osloer nicht aufgepasst haben, haben sie eine Scheinkorrelation für bare Münze genommen. Das kommt häufiger vor als gedacht. Aber vielleicht haben sie auch alles richtig gemacht. Dazu müsste man sich mal ihren Ergebnisbericht ansehen.
Um die Kurve zum Thema zu kriegen: Journalisten sollten vorsichtig mit plakativen Aussagen sein. Vor allem wenn die Forscher das so nicht festgestellt haben. Wer viel simst hat nicht mehr Sex!
Am 13. Juli 2007 um 21:47 Uhr
Danke für den Aufsatz! Beinahe hätte ich ja verstanden, Jugendliche hätten _mit_ dem Handy früher Sex. Nicht _wegen_ des….
Am 13. Juli 2007 um 21:51 Uhr
Wat is chmodden ??
De meestgebruikte webservers zijn UNIX-systemen (en Linux), en deze hebben standaard een beveiliging op al de bestanden. Deze beveiliging kan door de eigenaar veranderd worden. We noemen dit de zogenaamde rechten (permissies) en Chmod is een commando om deze te wijzigen.
Hoe moet je chmodden ??
Am 14. Juli 2007 um 12:26 Uhr
Kâsch Du au deitsch schreiba, drmit mr des vrstanda kâ, wa s Du moinsch? Was isch des iebrhaupt fier a fremde Sprâch?
Am 18. Juli 2007 um 20:44 Uhr
Das war niederländisch. Und das ist eine automatische Übersetzung. Dabei habe ich festgestellt, das beveiliging ein mit verenglischter Niederländischer Begriff ist (ein ing rangehingt). Also so gananntes Dutchlish….
Was ist chmodden??
Die meist benutzten Netzbediener sind UNIX-systemen (und Linux), und diese haben Standard auf den Akten bereits sich geschützt. Sich schützen dieses kann vom Inhaber geändert werden. Wir nennen dieses die sogenannten Rechte (permissies) und Chmod sind ein Kommando ändern diese.
Wie haben Sie chmodden??