Umgechmoddet

9. Juli 2007 von Manzana

Es ist lange her, dass ich für unsere Schülerzeitung einen Konzertbericht schrieb. “Neben gecoverten Songs spielte die Band auch Eigenkompositionen”, hatte ich geschrieben und war heftig kritisiert worden dafür. Das Verb “covern” war damals bereits gebräuchlich und zumindest mündlich war auch das Partizip in Gebrauch. Auch war unsere Schülerzeitung jung und unkonventionell und manche Beiträge waren durchgängig klein geschrieben als besonderer Protest gegen das kapitalistische System - aber das Partizip von covern, das war zu viel.

Daran erinnerte ich mich vor ein paar Tagen, als ich über die Googlebarkeit eines Begriffes nachdachte; ich biss mir auf die mentale Zunge und nahm mir ganz fest vor, niemandem jemals zu erzählen, dass es in meinem Kopf solch perverse Wörter gibt.

Bis wir heute eine E-Mail von unserem Provider bekamen. Um Dateirechte geht es darin, deren Zustand man ändern kann (also den Mode changen) mit einem Tool namens “chmod” (Abkürzung für change mode). Endlich konnten die Probleme behoben werden, deretwegen bestimmte Dateien bisher erst umständlich von Hand umgechmoddet werden mussten.

Vielleicht muss man als Genie einfach nur warten, bis die rechte Zeit gekommen ist..

20 Reaktionen zu “Umgechmoddet”

  1. icke

    Ich habe neulich auf einem Gender-Seminar auch so ein Unwort gelernt. Da wurde von der Genderbeauftragten wirklich von “durchgendern” gesprochen. Was soll denn dieser Pseudo-Anglizismus? Durchgeschlechtern??? Warum spricht sie dann nicht lieber Deutsch. Sie meint ja wohl eher so etwas wie “Geschlechtergerechtigkeit durchsetzen”. Das ist doch wesentlich eindeutiger. Das dieses Wort “Durchgendern” eher zweideutig ist, konnte ich abends noch auf einer Grillparty feststellen, nachdem ich mein neu erworbenes Vokabular zum Besten gab. Sämtliche männliche Anwesenden assozierten mit diesem Wort eindeutig etwas, was die Genderbeauftragte bestimmt nicht gemeint hatte ;) .

  2. Manzana

    Also, die Assoziation hätte ich bei dem Wort nicht gehabt. Obwohl ich finde, dass Sex nicht grundsätzlich was Frauenfeindliches ist ;-) Nur eine unsensible Redeweise kann es sein.

    Aber was ist denn nun durchgendern? An jedes Wortinnen ein Innen anhänginnen?

  3. Manzana

    Völlig OT und nur, weils mir gerade in die Finger kam: Es gibt eine Untersuchung zur Berufssituation weiblicher Anwälte. Danach machen Frauen immer noch überwiegend Familien- und Sozialrecht (und v.a. mit letzterem kann man nicht viel Geld verdienen!) und Mediation (das versuchen sie, aber dafür gibt es - noch - keinen Markt) und sind in den Bereichen Handels- und Gesellschaftsrecht deutlich unterrepräsentiert.

    Nur so als genderliche Randbemerkung.

  4. icke

    @Manzana 10:15
    Wie kommst Du auf Sex?

  5. Manzana

    äh… durchgeschlechtern?

    Hattest Du nicht an Sex gedacht dabei?

  6. icke

    Da liest man es wieder. Frauen denken nur an eines… Sex. Natürlich ging es um Fußball!

    Nee lass Dich nicht veräppeln, es ging schon in die Richtung. Aber Deine Aussage: “Also, die Assoziation hätte ich bei dem Wort nicht gehabt. Obwohl ich finde, dass Sex nicht grundsätzlich was Frauenfeindliches ist […]” widerlegt sich irgendwie selbst.
    Du hattest ja diese Assoziation zu Sex, obwohl ich den Inhalt der Assoziationen überhaupt nicht näher beschrieben habe. Es hätte also durchaus auch um Fußball gehen können.
    Aber so oder so, es wäre ja auch schlimm für die Menschheit, wenn keiner mehr an Sex denkt. Fröhliches Aussterben!
    Ist das “Nicht mehr an Sex denken” vielleicht ein Grund für den Geburtenrückgang in den Industrieländern???

  7. Manzana

    Willst Du schon wieder streiten? ;-)
    Ursprünglich fand ich durchgendern so spannend wie umchmodden. Erst Du, also Deine Bemerkung, hat dann Gedanken an Sex bei mir ausgelöst.

    Ja, mit dem Geburtenrückgang magst Du recht haben. Also, dass Sex so oft in Zusammenhängen auftaucht, die moralisch verwerflich sind und dadurch entkoppelt wird von dem, was er mal hätte sein sollen: Liebe machen. Just my 2 Cents.

  8. Genderhead

    …habe amüsiert Eure DiskussionInnen an meinem/er ComputerInnen gelesen und muss gestehen, dass mir auch SexInnen durch meinen/ne KopfInnen schoss/en !?
    Ende !

  9. icke

    Finde ich nicht nett, mir Streitlust vorzuwerfen, nur weil ich auf das hinweise was ich geschrieben bzw. nicht geschrieben habe…
    aber egal…hier aber noch ein anderes Unwort
    »Globalisierungsgegner«

  10. Manzana

    @head
    Mann, was ist denn hier los! SonnenfleckInnen?

    @icke
    war doch neckisch gemeint.
    Das mit den Globalisierungsgegnern habe ich noch nicht verstanden. Ich hatte mal an ‘nem Wochenende damit angefangen, mich durch die Wikipedia zu wühlen, wollte aber nicht gleich Politik studieren, nur um das Problem mit dem Wort zu verstehen.
    Falls Du mehr darüber weißt, würde ich ein Posting zu dem Thema gerne lesen!

  11. icke

    Erst mal gibt es keine griffige Definition wo Globalisierung anfängt…Wie schreibt Wikipedia so schön : […Ab welchem Zeitpunkt man von Globalisierung sprechen kann, ist umstritten….]

    Und totale Gegner der Globalisierung gibt es kaum. Also Leute die es total ablehnen. In der Presse werden aber Kritiker bestimmter Formen der Globalisierung (z.B. attac) häufig als ‘Globalisierungsgegner’ bezeichnet. Was so ja nicht stimmt, sie sind für eine andere Form der Globalisierung und sie kritisieren die neoliberale Form, die nur auf Gewinnmaximierung ausgelegt ist.

    Wirkliche Gegner (also Ablehnung) der Globalisierung findest Du eher in nationalistischen Kreisen. Und mit denen haben Globalisierungskritiker, die die Art und Weise bemängeln, nicht wirklich etwas zu tun.

    Und damit ist Globalisierungsgegner, in der Form wie es meistens von der Presse verwendet wird, ein Unwort-zumindest für mich ;=)

  12. Manzana

    Da hast Du recht.

    Allerdings benutzt attac selbst das Wort “globalisierungskritisch”. Das war ja das, was ich nicht verstanden hatte: Wie kann man etwas kritisieren, das nun mal ein Faktum ist?
    Sie könnten sich doch statt dessen Gerechtigkeitsbefürworter oder Antineoliberale nennen. Dann wüsste man wenigstens, was sie meinen.

    In dem (nicht-neutralen) Wikipedia-Artikel “Kapitalismuskritik” steht im Abschnitt Globalisierungskritik:

    “Zentraler Punkt der Globalisierungskritik ist die Feststellung, dass Globalisierung keine natürliche Erscheinung ist, sondern Ergebnis einer durch politische Entscheidungen geschaffenen internationalen wirtschaftlichen und politischen globalen Neuordnung.”
    Das wäre dann Globalisierungskritik, wie sie ein normaler Mensch verstehen kann. Aber der Artikel ist eben nicht neutral, und dann ist man völlig verwirrt und gibt einfach auf. Ein Effekt, der eher im Interesse der neoliberalen Herrschenden liegen dürfte…

  13. icke

    Kritik ist ja immer ein Einwand in irgendeiner Form…Übrigends ist Globalisierungsbefürworter’ genauso ein Unwort ist…nur geschaffen damit die Presse ein schönes Schwarz Weiß Bild hat.

    Das Problem ist aber das die Leute das aufgreifen… Naja, ich habe noch ein schönes Wort mit Doppelten Negationen

    Anti-Atomkraftgegner

    ;)

  14. halbschatten

    Durchgendern hab ich das erste mal bei Münterfering gehört, der das mit Merkel machen wollte. Oder auch nicht. Also hats wohl nichts mit Sex zu tun. Schade.
    Es bedeutet wohl, die Verwendung von Geschlechtsneutralem Buchstabensalat bzw. der immer Miterwähnung des weiblichen Gegenstücks. Obwohl Stück in diesem Zusammenhang ja….
    Es gibt ja noch viel mehr solcher Wörter
    gedownloadet
    simsen (hat auch nichts mit Sex zu tun)
    foten (keine Ahnung, was das heisst, aber es gibt wohl Proggis dazu die funzen)

    Aber umgechmoddet ist der Hit!

  15. Manzana

    Simsen hat nix mit Sex zu tun?
    Vor ein paar Jahren, ging die Nachricht durch den Blätterwald, dass Jugendliche mit Handy mehr und früher Sex hätten. “Das Flirten per SMS schaffe beispielsweise mehr Freiraum.”

  16. icke

    Simsen hat keinen Einfluss auf Sex…Das hat die Presse so zwar interpretiert, aber die Forscher selbst haben es so nicht geschrieben. Sie schrieben: wer häufiger Sex hat, simst auch häufiger. Da ist die Kausalität umgekehrt. Die Interpretation aber wesentlich plausibler.

    Begründen tun die Forscher das mit einem statistischen Zusammenhang, wie groß der ist (also irgendein statistisches Zusammenhangsmaß Pearson Korr./Cramers Index etc…pp.) habe ich nicht gefunden. Ein Zusammenhang bedeutet statistisch gesehen aber noch keine Kausalität. Man kann ihn zwar interpretieren –was die Forscher auch taten–aber Kausalität da muss man sich noch mehr anstrengen (Strukturgleichungsmodelle etc.). Ob sie das gemacht haben, weiß ich nicht.

    Aber noch ein bissel Methodenkritik bring ich an. Die hatten eine Stichprobe von 10.000. Das ist so groß, da wird jeder Winz- Unterschied signifikant. Ob er aber auch praktisch bedeutsam ist (Effektgröße), oder ob das repräsentativ ist (vielleicht haben sie ja bei einer Telefon-Sex-Hotline befragt?? ;) ), dass steht wahrscheinlich nur in ihren Daten.

    Die Jugendlichen mit häufiger Handynutzung hatten ihren ersten Sex schon hinter sich, die mit geringer oder keiner Nutzung noch nicht. Befragt wurden scheinbar 13-18 Jährige. Leider wird nicht gesagt, ob sich die Handy-Viel- von den Wenignutzern noch durch andere Sachen unterscheiden. Zum Beispiel eben durch das Alter.
    Ich vermute nämlich, dass hinter den Vielnutzern ältere Jugendliche stehen, im Gegensatz zu jüngeren Wenignutzern. Wenn meine Vermutung stimmt, dann haben wir es hier mit einer Scheinkorrelation zu tun. Dann sind Wenignutzer: Jugendliche die jünger sind und allein deshalb schon seltener ein eigenes Handy haben und normalerweise auch weniger Sex. Tja, mit anderen Worten wenn ich den Einfluss des Alters herauspartialisiere, könnte der Zusammenhang Handy-Sex zusammenbrechen.

    Solange man nix genaueres über die Datenlage weiß, muß man aus wissenschaftlicher Sicht an solche Aussagen vorsichtig herangehen.

    Wenn die Osloer nicht aufgepasst haben, haben sie eine Scheinkorrelation für bare Münze genommen. Das kommt häufiger vor als gedacht. Aber vielleicht haben sie auch alles richtig gemacht. Dazu müsste man sich mal ihren Ergebnisbericht ansehen.

    Um die Kurve zum Thema zu kriegen: Journalisten sollten vorsichtig mit plakativen Aussagen sein. Vor allem wenn die Forscher das so nicht festgestellt haben. Wer viel simst hat nicht mehr Sex!

  17. halbschatten

    Danke für den Aufsatz! Beinahe hätte ich ja verstanden, Jugendliche hätten _mit_ dem Handy früher Sex. Nicht _wegen_ des….

  18. de original van de nederlands

    Wat is chmodden ??

    De meestgebruikte webservers zijn UNIX-systemen (en Linux), en deze hebben standaard een beveiliging op al de bestanden. Deze beveiliging kan door de eigenaar veranderd worden. We noemen dit de zogenaamde rechten (permissies) en Chmod is een commando om deze te wijzigen.

    Hoe moet je chmodden ??

  19. Manzana

    Kâsch Du au deitsch schreiba, drmit mr des vrstanda kâ, wa s Du moinsch? Was isch des iebrhaupt fier a fremde Sprâch?

  20. halbschatten

    Das war niederländisch. Und das ist eine automatische Übersetzung. Dabei habe ich festgestellt, das beveiliging ein mit verenglischter Niederländischer Begriff ist (ein ing rangehingt). Also so gananntes Dutchlish….

    Was ist chmodden??

    Die meist benutzten Netzbediener sind UNIX-systemen (und Linux), und diese haben Standard auf den Akten bereits sich geschützt. Sich schützen dieses kann vom Inhaber geändert werden. Wir nennen dieses die sogenannten Rechte (permissies) und Chmod sind ein Kommando ändern diese.

    Wie haben Sie chmodden??

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