Mein erstes Krippenspiel
16. Dezember 2007 von Manzana
Foto: Dcastor, Lizenz: gemeinfrei
Es ist eine Berliner Eigenart dieses Krippenspiel, und obwohl ich schon lange hier lebe, habe ich es noch nicht gekannt. Als ich heute von einem Spaziergang zurück kam, sah ich seltsam gekleidete Gestalten zur Kirche gehen, und bin neugierig hinterher. Eher untypisch wurde dieses Krippenspiel von Erwachsenen aufgeführt.
Ich vermute, dass sie einen historischen Text gesprochen haben, denn sie haben sich - etwas verkrampft - am bayerischen Dialekt versucht. Ihr Gesang war auch nicht besser, dafür waren ihre Kostüme wirklich schön.
Es war ein angenehm besinnliches Erlebnis, das mich zum Nachdenken angeregt hat: Durch all die modernen Medien sind wir an ständige Hochleistungen gewöhnt. Die besten Schauspieler der Welt, die schönsten Sängerinnen, die virtuosesten Musiker bevölkern Abend für Abend unsere Wohnzimmer. Und da kommt eine Laientruppe, die am Feierabend, nach einer Arbeit, die gar nichts damit zu tun hatte, sonderbare Texte eingeübt hat. Und sie können nicht mithalten mit der Klasse, der Schönheit und der Virtuosität derer, die uns sonst unterhalten.
Etwas ganz Wesentliches aber haben sie denen Voraus: Sie laufen durch meine Kirche; wenn sie an mir vorbei kommen, rieche ich den Weichspüler in ihren Kostümen, ich sehe den Beleuchter an seinem Schaltpult frieren und kann die Organistin beobachten, wie sie die Lieder ihrer Krippenspieler lautlos singt. Wenn zum Abschluss alle zusammen “Kommet ihr Hirten” singen, kann ich laut mitsingen und sie freuen sich darüber.
Und wenn ich am Sonntag in die Kirche ginge, könnte ich den einen oder anderen der Spieler wieder treffen. Ganz persönlich, in Fleich und Blut.
Am 17. Dezember 2007 um 00:26 Uhr
Mmh, ein Krippenspiel was mir im Gedächtnis hängen geblieben ist, war das wo die drei Könige den Vorraum der Kirche total zugenebelt hatten. Sie hatten einfach den Weihrauch zu früh angezündet und schlußendlich brannte auch noch Josef, weil ein Engel ihm die Kerze an den Poncho hielt. Naja. War zumindest Action….
Am 27. Januar 2008 um 13:46 Uhr
Ich tippe mal, die haben die Weihnachtsgeschichte von Carl Orff, die in bayrisch ist, versucht. Die scheint in eingeweihten Kreisen Kult (wenn man das so sagen darf) zu sein. Einige in meiner Familie fanden die toll, mein Vater hatte früher mal ein Krippenspiel mit Puppen auf dieser Basis gemacht (da war ich aber noch sooo klein).
Ich fands immer schrecklich. Aber die Musik daraus ist irgendwoi ins Hirn gebrannt.
Das schlimmste ist, ich glaube ich habe sogar die CD!